Jahresbericht und GV-Protokoll


"Das war für mich wie eine kalte Dusche"

Seit 13 Jahren gibt es keinen GAV in der Deutschschweiz. Eigentlich sollte es wieder neue Verhandlungen geben. Wie ernst es den Verleger damit ist, ist auf einmal wieder in Frage gestellt, wie Impressum-Präsident Christian Campiche im Interview erläutert.

Christian Campiche
Christian Campiche

Christian Campiche, seit 2004 haben die Journalisten in der Deutschschweiz keinen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) mehr. Nun haben die Verleger signalisiert, dass sie zu Gesprächen bereit wären. Hat ein erstes Treffen schon stattgefunden?

Wenn Sie richtige Verhandlungen meinen, muss ich Sie leider enttäuschen. Aber ich führte Gespräche mit Verlegerpräsident Pietro Supino.

 

Wie oft sind Sie denn mit ihm zusammen gesessen?

Es gab zwei Kontakte. Ein persönliches Treffen fan im Büro von Tamedia in Lausanne statt, ein anderes Gespräch führten wir telefonisch. Der Austausch war sehr höflich, man kann sogar sagen sehr angenehm. Wir unterhielten uns auf Italienisch, der Muttersprache von Herr Supino. 

 

Welchen Eindruck haben Sie von ihm erhalten?

Er ist sehr offen und aufrichtig. Ich glaube, er meint es ernst mit dem Verhandlungsangebot.

 

Wie sind Sie mit ihm verblieben?

An der Delegiertenversammlung von Impressum in Brunnen sprach sich eine kleine Mehrheit der Delegierten dafür aus, dass Impressum seine Mitgliedschaft beim Verlegerverband während den GAV-Verhandlungen sistiert. Ich habe Hern Supino gesagt, dass er dies nicht überinterpretieren solle. 

 

Hat er dies verstanden?

Ich habe den Eindruck. Auf jeden Fall hat er angeordnet, dass man einen Weg sucht, wie die Verleger mit uns ins Gespräch kommen können. Herr Supino hat mich aber davor gewarnt, übersteigerte Erwartungen zu haben. Die Verhandlungen werden sicher nicht einfach. Zudem hat er mir zu erkennen gegeben, dass es für uns sehr schwer wird. wieder in den Verlegerverband zurückzukehren. Unsere Präsenz in den Verband wird als nicht sehr günstig erachtet. 

 

Welche Schlüsse ziehen Sie aus all dem?

Für mich hat oberster Priorität, dass es nach 13 Jahren wieder zu Verhandlungen kommt. Diese Gelegenheit wird so schnell nicht wieder kommen. Das habe ich den beiden Gesprächen mit Herrn Supino gemerkt. Der Verlegerverband ist seit dem Ausscheiden von Ringier ein Schatten seiner selbst. 

 

Dürfen wir Journalisten die Hoffnung hegen, dass es in absehbarer Zeit wieder einen GAV geben wird?

Unser Optimismus, der in Brunnen noch herrschte, hat bereits einen ersten Dämpfer erfahren. Der Direktor des Verlegerverbandes teilte uns in einem Schreiben mit, dass Verhandlungen erst dann aufgenommen werden können, wenn wir ganz aus dem Verlegerverband austreten. Dieser Brief ist für mich eine kalte Dusche, weil so sehr im Gegensatz steht zu der Atmosphäre, die bei meinem Treffen mit Herrn Supino geherrscht hatte. 

 

Sie sind enttäuscht?

Ich gestehe, ich bin sehr enttäuscht. Wir haben Verhandlungen über einen neuen GAV zu den vorrangigsten Themen erklärt. Dies steht jetzt völlig in den Sternen. Der Brief des Direktors des Verlegerverbandes ist wie in Diktat. Der Vorstand von Impressum wird an einer ausserordentlichen Sitzung spätestens Anfang Mai über das weitere Vorgehen befinden. 

 

 

Interview: Dominik Buholzer


Jahresbericht 2016

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen

 

 

Man muss sich dies mal vor Augen führen: Seit 13 Jahren herrscht in der Deutschschweiz ein GAV-loser Zustand. Das kann nicht im Interesse der Verleger sein und schon gar nicht von uns Journalistinnen und Journalisten. 

 

Der Vorstand des ZVM hat sich schon immer - und dies zum Teil vehement - gegen Streikaktionen ausgesprochen. Wir sind in der festen Überzeugung, dass dies das falsche Mittel ist, um eine Lösung zu erzielen. Umso erfreuter waren wir, als wir von Fribourg mitgeteilt bekamen, dass die Verleger Gesprächsbereitschaft signalisierten. Voraussetzung dafür ist aber, dass Impressum aus dem Verband Schweizer Medien austritt. 

 

Es zeugt nicht gerade vom guten Ton, wenn man zuerst noch gross Bedingungen stellt, bevor man sich mit der Gegenseite an den Tisch setzen will. Trotzdem haben wir uns vom ZVM dafür eingesetzt, dass man in diesem Fall in sauren Apfel beisst und die Konzession eingeht. Denn uns geht es letzten Endes um eines: Es ist höchste Zeit, dass zwischen Journalisten und Verleger wieder Gespräche stattfinden. 

 

Deshalb nahm ich im vergangenen November auch an einem ersten Vorbereitungstreffen teil, das von Impressum und Syndicom organisiert worden ist. Ziel war bzw ist es, eine einheitliche Verhandlungsbasis auf Seiten der Journalistenverbände zu schaffen. Ich habe mich an diesen Gesprächen unter anderem dafür eingesetzt, dass nicht nur über Mindestlöhne diskutiert wird, sondern auch über Weiterbildungsmassnahmen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In der Medizin, in der Pädagogik - in unzähligen Berufen ist es eine Selbstverständlichkeit, dass sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmässig weiterbilden. Wieso nicht auch in unserem Beruf, der sich gerade durch die technologische Entwicklung immer schneller verändert und man Gefahr läuft, den Anschluss zu verpassen? 

 

Ich stelle in unserem Verband eine grosse Bereitschaft fest, mit den Verlegern über neue, bislang nicht für möglich gehaltene Vereinbarungen zu diskutieren. Jetzt müssen nur noch die Verleger Wort halten.

 

Zum Vorstand. Wir müssen das Sekretariat neu regeln. Monika hat bereits im vergangenen Jahr angekündigt, dass sie ihre Arbeit nach über 10 Jahren beim ZVM niederlegen möchten. Neu haben wir eine neue Lösung gefunden. Ein Grossteil der Arbeiten laufen neu über das Sekretariat in Fribourg. Eine erste Kostprobe davon habt ihr bereits - unbewusst - erhalten. Der Einladungsversand für die GV hat Fribourg organisiert. Wir freuen uns auf die künftige Zusammenarbeit - auch wenn wir nur ungern Abschied von Monika nehmen. Im Namen des gesamten Vorstandes möchte ich ihr an dieser Stelle ganz herzliche für die tolle Arbeit all die Jahre danken. 

 

Die neue Organisation des Sekretariats hat zur Folge, dass unsere Rechnung künftig über ein professionelles Treuhandbüro geprüft wird und wir demzufolge keine Rechnungsrevisoren mehr benötigen. Martin Uebelhart und Sven Gallinelli amten deshalb an der diesjährigen GV letztmals ihres Amtes. Martin und Sven, wir danken Euch ganz herzlich für Eure gute Arbeit! 

 

Einen Wechsel gibt es auch im Vorstand. Luca Wolf verlässt unseren Verband berufsbedingt. Er hat die Leitung des Onlineportals Zentralplus abgegeben und ist seit Kurzem in der Kommunikationsabteilung der Stadt Luzern tätig. Wir bedauern dies ebenfalls, freuen uns aber, dass wir mit Martin Hubatka einen neuen, tollen Vorstandskollegen finden konnten. 

 

Zur Wiederwahl stellen sich Vizepräsident Josias Clavadetscher und Kassier Urs Schlatter.

 

Und dann hatten wir im vergangenen Jahr noch ein ganz spezielles Projekt. Wir organisierten am 17. März dieses Jahres die Delegiertenversammlung von Impressum in Brunnen. Die Arbeiten dazu begannen aber bereits im vergangenen Jahr. Einen enormen Einsatz leistete dabei Josias Clavadetscher. Er hat den Anlass quasi im Alleingang auf die Beine gestellt. Ich möchte ihm im Namen des gesamten Vorstandes an dieser Stelle ganz herzlich danken!

 

Die Jahresrechnung, die mit einem kleinen Verlust schliesst (-108.90 Franken), sowie die Rechnung des Hilfsfonds findet ihr unten.

 

 

 

Luzern, 9. April 2017 Dominik Buholzer

Mutationen ZVM 2016

 

 

Aufnahmen

 

Coray Daniel, Redaktion Dr Obwaldner, Postfach 852, 6060 Sarnen 2

Kategorie: Aktivmitglied BR

 

Duss Fabian, Geissacherstrasse 6, 6403 Küssnacht am Rigi

Kategorie: Aktivmitglied BR

 

Furrer Alois, Wegmatte 15, 6460 Altorf

Kategorie: Aktivmitglied BR

 

 

 

Kategorienwechsel

 

Flüeler Elisabeth, Grand-Fontaine 31, 1700 Fribourg

Kategorie: Alt Aktivmitglied, Kandidat BR -> Neu Fördermitglied  

 

Wicki Patrick, Sonnrüti 4, 6233 Büron

Kategorie: Alt Aktivmitglied BR -> Neu Fördermitglied

 

 

 

Sektionswechsel

 

Ursula K. Rathgeb

 

Sektionswechsel von ZVM zu ZPV

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Jahresrechnung 2016
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Protokoll GV 2016
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Jahresbericht 2015
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