"Zwei Drittel der Reaktionen waren positiv"

David Affentranger David Affentranger

Die Zeit im Réduit ist vorbei, die Soldaten haben die Festung Fürigen wieder verlassen. Welche Bilanz ziehen Sie nach drei Wochen „Alpenfestung – Leben im Réduit“? War die Sendung ein Erfolg?

David Affentranger*:  Auf jeden Fall war sie dies – und zwar auf verschiedenen Ebenen. Das sind zum einen die Zahlen, die uns zufrieden stellen. So wurde beispielsweise unsere Internetseite www.sf.tv/sendungen/alpenfestung/  sehr gut besucht und viele Podcasts herunter geladen. Zum anderen erhielten wir mit 30 bis 50 Zuschriften pro Tag sehr viele Reaktionen.

Und wie fielen diese aus?

Affentranger: Zwei Drittel waren positiv, ein Drittel der Zuschriften waren konkrete Fragen oder Kritik.

 

Wie viel die Bilanz  der Teilnehmer aus?

Affentranger: Auch diese ist sehr gut. Auch wenn die drei Wochen für den einen oder anderen Teilnehmer offensichtlich sehr hart waren.

 

Die Sendung wie im Durchschnitt einen Marktanteil von 47,0 Prozent auf. Eine Traumquote?

Affentranger: Von einer Traumquote würde ich nicht sprechen. Diese erreichten wir 2005 mit der Sendung „Sahlenweidli – leben wie zu Gotthelfs Zeiten“. Da lag der Marktanteil bei 54,7 Prozent. Solche Werte haben wir aber seither nie mehr erreicht. Deshalb sind wir mit den Zuschauerzahlen, die wir mit der „Alpenfestung“ erzielten, zufrieden. Sie liegen höher bei „Schweiz aktuell“. Und in der ersten Woche lag die Quote bei über 50 Prozent, das heisst: Jeder zweite schaute die Sendung „Alpenfestung“. Zudem ist es uns gelungen, jüngere Zuschauer für das Thema zu begeistern.

 

Das heisst?

Affentranger: Bei „Schweiz aktuell“ macht der Anteil der Zuschauer zwischen 15 und 49 Jahren im Durchschnitt 25 Prozent aus. Bei der „Alpenfestung“ waren es 32 Prozent. Nicht zuletzt haben wir mit der Sendung eine breite Diskussion ausgelöst.

 

Es wurde heftig diskutiert. Laut dem Ombudsmann des Schweizer Fernsehens, Achille Casanova, gab es bis Montag noch keine einzige Beschwerde wegen der Sendung. Zufrieden?

Affentranger: Auf jeden Fall. Das Thema wurde sehr hart und kontrovers diskutiert – auch in den Sendungen des Schweizer Fernsehens. Ich denke da beispielsweise an die „Club-Sendung“ zur „Alpenfestung“. Aber unter dem Strich bleibt ein positiver Eindruck.

 

Haben Sie mit solchen Reaktionen gerechnet?

Affentranger: Das Echo hat uns nicht überrascht. Wir wussten ja, dass das Thema sehr umstritten und bei vielen Schweizern noch sehr präsent ist.

 

Die „Alpenfestung“ war ein Erfolg. Gibt es im nächsten Jahr wieder ein  solches „Living-History-Projekt“?

Affentranger: Im nächsten Jahr ganz sicher nicht. Dann findet im Sommer die Fussball-Welmeitsterschaft statt. Aber für 2011 kann ich mir dies sehr gut vorstellen. Was es aber sein wird, dafür ist es jetzt noch zu früh.

*David Affentranger ist Pressesprecher des Schweizer Fernsehens.