Ein Preis wider den Ernst des Alltages

Der Humori. Der Humori.

Am Mittwoch Abend wird er im Foyer des Theater Uri wieder verliehen: Der Humori, die Fansachtsauszeichnung des Urner Wochenblatts.

 

"Der Humori des Urner Wochenblattes ist ein Preis für Mut und Humor im Verlauf des vergangenen Jahres, auch ein Preis für besondere Aufmerksamkeit und auffallende Leistungen", sagt Chefredaktor Erich Herger. Die Redaktion allein nimmt die Nominationen vor. Die Leserinnen und Leser wählen per Stimmzettel. Erich Herger: "Es ist auch ein Preis wider den Ernst des Alltages."

 

Die Verleihung erfolgt zum 16. Mal. 14 Male erfolgte die Preisverleihung in Anwesenheit der Nominierten im Haus der Redaktion selbst, das heisst an der Katerbar am Schmutzigen Donnerstag nach dem Morgenstreich in Altdorf um 9 Uhr. Nun findet die Humori-Verleihung zum zweiten Mal im Foyer des Theater(uri) in Altdorf statt, und zwar am Mittwochabend vor dem Schmutzigen Donnerstag nach dem Eintrommeln um zirka 21 Uhr. Denn das Interesse der Öffentlichkeit an diesem Preis ist stetig gewachsen. Die Humori-Verleihung wird von einem fasnächtlichen Rahmenprogramm und Musik begleitet.

 

Der oder die Humori bekommt eine Skulptur, ein Unikat, seit vielen Jahren geschaffen von Kurt Hauser aus Flüelen.

 

 

Die diesjährigen Nominierten sind erklärterweise:

 

Er, der Neger

Er verkehrte mit Leuten wie  Luciano Pavarotti, Franz Beckenbauer, Andy Warhol, Calvin Klein, Pelé, Michael Jackson, Sean Connery oder Richard Gere. Er ist Urner, Schauspieler und war ein Topmodel, auch Fussballer und Agenturinhaber. Im März vergangenen Jahres war Urs Althaus in Altdorf zusammengeschlagen worden. Im Oktober legte er dann seine Biografie vor: «Ich, der Neger». Dazu würde er gerne einmal die Rolle des «Othello» spielen, die Hauptrolle der Tragödie «The Moore of Venice» von William Shakespeare. «Urs hatte ein Leben, andere Prominente nur ein Secondhand-Leben», brachte es Helmut-Maria Gloggner an der Buchvernissage auf den Punkt. Wir nominieren Urs Althaus für sein Werk, seine Autobiografie, seine Aufrichtigkeit und Selbstironie. Ziele habe er noch einige, aber keine Träume mehr. Vielleicht träumt er dennoch vom Humori ...

 

Sie, die Abtreter

Als elfjährige Jünglinge hatten sich Bruno Risi und Kurt Betschart beim VMC Erstfeld zu einem Radsport-Grundschulkurs bei Geni Wipfli angemeldet. 2006 trat Kurt Betschart zurück. Nun tritt auch Bruno Risi als Radprofi ab – und Geni Wipfli als sein ständiger Betreuer. Zusammen haben sie Höhen und Tiefen des Sports kennen gelernt. In Zürich ist Bruno Risi ein grossartiger Abschied beschert worden, mit Reden, Fahnen, Treicheln und Vuvuzelas. In diesen Tagen fährt er die letzten Runden. Und Geni Wipfli ist  – wenn immer möglich – dabei. «Ich kann gar nicht hoch genug steigen, um mich tief genug zu verbeugen. Eine grosse Karriere geht zu Ende», schreibt Thilo aus Bremen ins Gästebuch von Bruno Risi. Wir nominieren Bruno Risi und Geni Wipfli für eine 30-jährige erfolgreiche Zusammenarbeit, für eine einmalige Leistung nach heutigen Massstäben im Sport.

 

Es, das Volk

Autoverlad. Dampfbahn. Biathlon-Leistungszentrum. Golfplatz. Mit Recht meint die NZZ, Realp sei eine weltoffene Berggemeinde. Am 1. Dezember 2009 schreibt sie: «60 Zentimeter Schnee fielen in Realp seit Sonntagabend. Ein Bannwald schützt das Dorf ... 160 Menschen leben hier, Tendenz leicht abnehmend. Wegen der Lawinengefahr bleibt die Strasse nach Hospental ... gesperrt. Die Gemeinde ist ... von der Aussenwelt abgeschnitten. Politisch ist Realp indes alles andere als abgeschnitten, sondern ein politischer Sonderfall im konservativen Alpenraum. Würden alle Landgemeinden so stimmen, wie Realp dies seit Jahren tut, wäre die Schweiz längst Mitglied des EWR und vielleicht sogar der EU.» Ja, zwischen Klausen und Furka liegen nicht nur Kilometer. Wir nominieren also das Volk von Realp, das als einziges Landvolk der Zentralschweiz die Minarett-Initiative abgelehnt hat.