Daniel Suter
Daniel Suter heisst der neue Präsident von Impressum. Doch wer ist der 62-jährige Zürcher, und wohin will er mit dem grössten Schweizer Journalistenverband hin?
Von Dominik Buholzer
Daniel Suter hat das neue Amt nicht gewollt. Als er im Herbst 2010 erstmals angefragt wurde, ob er das Präsidium von Impressum übernehmen wolle, reagierte er ablehnend. Mit 62 Jahren fühlte er sich eigentlich zu alt für die Aufgabe. Und Themen wie Konvergenz sind nicht sein Steckenpferd. „Für mich ist die Qualität eines Textes entscheidend und nicht ob er gedruckt oder online publiziert wird“, sagt er.
Daniel Suter war entschlossen, Impressum einen Korb zu geben. Doch dann kam der 9. Dezember 2010. Daniel Suter traf erstmals den Vorstand der grössten Schweizer Journalistenvereinigung. Man tastete sich ab, Daniel Suter brachte seine Einwände vor – und drei Tage später singalisierte er dem Vorstand in einer Mail seine Bereitschaft. „Daniel Suter hat sich trotz seiner Vorbehalte sehr seriös auf das Gespräch vorbereitet. Das hat uns beeindruckt“, sagt Salva Leutenegger, Zentralsekretärin bei Impressum, rückblickend.
Der Vater zweier erwachsener Kinder machte kein grosses Aufsehen um seine Kandidatur. Und für seine Wahl weibeln wollte er schon gar nicht. „Ich kandidiere in aller Freiheit. Wenn ich gewählt werde, freut es mich. Ich habe aber auch nichts dagegen, wenn sich noch andere Personen für das Präsidium zur Verfügung stellen.“ Das sei typisch Daniel Suter, sagt Salva Leutenegger. „Er ist äusserst bescheiden. Es ist ihm schon fast peinlich, sich in den Vordergrund zu stellen.“ Daniel Suter – ein Präsident wider willen? Nein, aber ein Präsident, der offen zum Widerspruch steht.
„Die NZZ kam nicht in Frage und die Weltwoche
hätte mich wohl gar nicht genommen.“
Ein solcher stand bereits am Anfang von Daniel Suters journalistischen Karriere. Sein Vater war Feuilletonchef bei der „Weltwoche“, seine Grossmutter Journalistin beim „Kämpfer“, einer kommunistischen Tageszeitung. „Ich selber wollte aber gar nicht Journalist werden“, gestand er im Juni 2009 in einem Interview mit der WOZ. Daniel Suter wollte Anwalt werden. Das Fundamtent war gelegt. Nach dem Jura-Studium trat Daniel Suter 1976 eine Stelle als Auditor und Sekretär am Bezirksgericht Zürich an. Dann kamen die Zürcher Jugendunruhen. „Ich schwor mir, kein einziges Urteil gegen Achtzigerdemonstranten zu begründen“, erklärte er der WOZ. Aus dem Jurist Daniel Suter wurde der Journalist Daniel Suter.
Sein erster Arbeitgeber waren die „Perspektiven“, eine interkantonaleZeitschrift für Studien- und Berufsberatung. Sechs Jahre hielt es Daniel Suter aus. Dann wechselte er 1987 zum Zürcher „TagesAnzeiger“. Während über zweiundzwanzig Jahren war Daniel Suter in den verschiedensten Funktionen für das Flagschiff von Tamedia tätig: als Rechtsberater bei der Leserberatungsstelle des Tagi, als Abschlussredaktor, Gerichtsreporter, In- und Auslandredaktor und als zuletzt Lokalreporter. „Ich war darauf bedacht, dass ich alle fünf Jahre intern in ein anderes Ressort wechseln konnte“, sagt er. Der Sprung zu einer anderen Zeitung stand für ihn nicht zur Diskussion. „Die NZZ kam nicht in Frage und die Weltwoche hätte mich wohl gar nicht genommen“, sagt er. Fortsetzung